Erhalt der Rieselfelder
Wir fordern den Erhalt der Rieselfelder in der Gemarkung von Großbeeren und Teltow westlich der Anhalter Bahn.
Die Gemeinde Großbeeren (Kreis Teltow-Fläming) hat Ihre Gewerbeflächen (GVZ) weitgehend vermarktet und möchte neue Gewerbeansiedlungen in der eigenen Gemarkung westlich der Anhalter Bahn ermöglichen. Bislang bilden die heutige Gestaltung des Knotenpunktes B101 und L40 zusammen mit der Anhalter Bahn eine Barriere zur weiteren Entwicklung der Gewerbeflächen. Die Erschließung/Zuwegung des geplanten neuen Areals sollte zunächst über Teltower Stadtgebiet erfolgen, was Teltow abgelehnt hat. Alternativ ist eine neu zu bauende Unterführung unter der Anhalter Bahn auf Großbeerener Gebiet möglich. Zudem wird aktuell über eine Verbreiterung direkt an der planfestgestellten L40 überlegt.
Die Ausweisung des Gewerbegebiets fördert die Zersiedlung am Südrand von Berlin und zerstört die Idee der Regionalparks in Brandenburg, die u.a. eine sternförmige Anordnung von Grün- bzw. Frischluftschneisen um Berlin vorsehen. Für die Menschen Berlins und der Gemeinden im "Speckgürtel" haben diese Grünschneisen eine wichtige Naherholungsfunktion, für die Natur sind sie im Rahmen der Grünvernetzung unersetzlich. Bereits jetzt ist die Stadt Teltow die Gemeinde mit dem geringsten Anteil an Wald- und Grünflächen im Land Brandenburg.
Neben dem überregionalem Aspekt ist aus regionaler Sicht der Erhalt des dörflichen Charakters Ruhlsdorf und der Kulturlandschaft Rieselfelder zu sichern. Selbst Flächen, die bereits als Ausgleichsflächen für das Spangensystem in Teltow herangezogen wurden, wären betroffen, was den Grünausgleich an dieser Stelle ad absurdum führen würde.
Auch ökonomisch macht die Ausweisung von Gewerbeflächen an dieser Stelle keinen Sinn: Die günstige Lage an einem Verkehrsknotenpunkt im Süden
Berlins ist nicht zu bestreiten. In der Region sind allerdings schon großflächig erschlossene, (öffentlich geförderte?) Gewerbegebiete vorhanden, die nur zu Bruchteilen ausgelastet sind. Der Preußenpark - welcher ebenfalls über freie Grundstücke mit Gleisanschluss verfügt - und der Brandenburgpark sind weniger als 10 km von dem GVZ entfernt und ebenso günstig gelegen. Des Weiteren befinden sich auch in Stahnsdorf noch große Flächen zur weiteren Entwicklung.

